Verwendung

Moringa wird in vielen Teilen Afrikas und Asiens auch als Nahrungsmittel (Hauptnahrung und Nahrungsergänzung) genutzt. Nahezu alle Bestandteile des Baums können verzehrt werden.

  • Blätter
  • Früchte (Schoten)
  • Samen
  • Blüten
  • Rinde
  • Harz
  • Wurzeln

Mit den Moringa Blättern verfügt man über einen grünen “Schatz”, der als Nahrungsmittel für die Vitalstoffversorgung absolut einmalig ist. In den Ursprungsländern werden sie roh gegessen, wie Blattgemüse gekocht oder in einer Pfanne zu einem Gemüsecurry zubereitet. Die Blätter und das daraus hergestellte Pulver sind auch für die Teezubereitung geeignet, der vom Geschmack dem Brennnesseltee ähnelt. Er ist besonders reich an Mineralien, sekundären Pflanzenstoffen und Antioxidantien.

 

1 CLAUS BARTA 2011: Moringa Oleifera – Die wichtigste Pflanze der Menschheitsgeschichte, 2. Aufl. 2013, S. 34 & S. 37

In den ersten 2 Jahren wirft ein Baum rund 80-90 Früchte ab. Ist der Baum ausgewachsen, werden die Früchte 25 – 70 cm und in Einzelfällen sogar über 90 cm lang. Wegen ihrer schlanken Form und weil sie im Alter holzig werden, werden sie auch als Drumsticks (Trommelstöcke) bezeichnet. In südlichen Ländern werden sie in frischer Form als Grundnahrungsmittel verwendet.
Die ausgereiften Früchte enthalten 12 bis maximal 35 Samenkerne mit einem Durchschnittsgewicht von 0,3 Gramm. Sie sind hellbraun bis dunkelbraun und eingebettet in 3 papierartige weiße Flügel. Die Samen können roh gegessen, geröstet oder gekocht werden. Moringa-Samenextrakte können auch dabei helfen, unbeliebte Mikroorganismen und Pflanzenschädlinge in Schach zu halten.

Schmutzabweisende Wirkung: Nach Dr. Hans Lautenschläger haben die positiv geladenen Ionen der Proteine der Samen einen Lotuseffekt, der dabei hilft, die Verschmutzung der Haut zu reduzieren (Quelle: Kosmetik International 2007 (3), 72-76). Hautschädigende Partikel wie Staub, Abgase, Zigarettenrauch, Ruß, Pollen oder städtische Feinstaubbelastungen sind überwiegend positiv geladen. Da die Moringa Proteine die gleiche Ladung aufweisen, können diese Schadpartikel aufgrund der abstoßenden Wirkung weit weniger an der Haut anhaften. Diese Eigenschaft nutzt man auch bei Haarpflegeprodukten aus.

 

2 CLAUS BARTA 2011: Moringa Oleifera – Die wichtigste Pflanze der Menschheitsgeschichte, 2. Aufl. 2013, S. 33 & S. 36

Die 2 bis 3 cm großen Blütenblätter, die über einen Zeitraum von 3 Monaten blühen, sind weiß bis cremig-weiß und können zu Tee aufgebrüht werden. Einheimische Imker nutzen ihn zur Herstellung von Moringa-Honig.

 

3 CLAUS BARTA 2011: Moringa Oleifera – Die wichtigste Pflanze der Menschheitsgeschichte, 2. Aufl. 2013, S. 31 & S. 36

Der Ölanteil der Samen beträgt bis ca. 35 %. Dieses wertvolle Öl ist auch unter dem Namen Behenöl, Benöl oder Moringa-Öl bekannt. Es hat einen Anteil der einfach ungesättigten Ölsäure (Omega-9-Fettsäure) von 70 % und damit eine ähnliche Fettsäurezusammensetzung wie das Olivenöl. Die Farbe ist hellgelb bis -braun und der Geschmack angenehm charakteristisch und mild. Das Öl wurde bereits bei den alten Römern und Griechen geschätzt und war in Ägypten das am häufigsten, zu medizinischen Zwecken verwendete Pflanzenöl. Noch heute sind aus dieser Zeit Behältnisse mit diesem Öl erhalten. Was das Moringa-Öl auszeichnet, ist seine sehr hohe Oxidationsstabilität. Nach dem Rancimat-Test, bei dem das Öl einem Luftstrom von 100° C ausgesetzt wurde, sind dies mehr als 80 Stunden. (Quelle: Personal Care, May 2003, S. 8).
Im kosmetischen Bereich wird es deshalb als stabile, aber wirksame Lipidgrundlage für Haar-, Seifen- und Hautpflegeprodukte eingesetzt. Die Ölsäure (72,5 %, C 18: 1) macht die Haut weicher und fördert die Durchlässigkeit der Haut für andere Hautwirkstoffe (Penetrationsverstärker). Die Palmitinsäure (6,2 %, C 16:0) und die Stearinsäure (5,3 %, C 18:0) sind wichtige Bestandteile der äußeren Hautschicht (Stratum Corneum, Hornschicht) und schützen diese vor negativen Umwelteinflüssen. Die Behensäure (5,7 %, C 22:0) sorgt für eine festere Konsistenz und schützt vor der Bildung von freien Radikalen, die die Haut schneller altern lassen.
“Doch auch, was modern als Anti-Aging bezeichnet wird, war vor 3500 Jahren schon in Mode. Zur Beseitigung der Falten im Gesicht empfiehlt der Papyrus Ebers: Man verreibe fein Weihrauch, Wachs, frisches Behenöl und Zyperngras, gebe die Mischung auf Pflanzenschleim und behandle damit täglich das Gesicht. Mache es, und du wirst den Erfolg sehen.”
(Quelle: Ägyptologie-Blatt, “Götter, Seher und Ärzte”, 26.01.2003)

Der verbleibende Ölpresskuchen hat ähnliche Eigenschaften wie die Samen und kann zur Wasseraufbereitung, als Bodenverbesserer oder Düngemittel genutzt werden. Eine andere mögliche Anwendung, die zurzeit untersucht wird, ist der Einsatz als proteinreiches Futtermittel. Entfettet beträgt der Eiweißanteil ca. 60 % und Fütterungsversuche der Universität Hohenheim an Lämmern verliefen Erfolg versprechend.

 

4 CLAUS BARTA 2011: Moringa Oleifera – Die wichtigste Pflanze der Menschheitsgeschichte, 2. Aufl. 2013, S. 33 & S. 36

Im afrikanischen und asiatischen Raum werden auch die Rinde und Wurzeln des Moringa Baumes verwendet. Die Wurzeln enthalten eine hohe Menge an Senfölglykosiden (Glucosinolaten).

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